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Morosche Karottensuppe für Hunde bei Durchfall

Wenn der Hund Durchfall hat, muss nicht sofort Chemie her. Die Morosche Karottensuppe ist ein altes, einfaches Hausmittel, das bei leichtem, akutem Durchfall helfen kann - vorausgesetzt, du weißt, was sie kann und was nicht.

Was die Suppe wirklich kann

Die Suppe geht auf den österreichischen Kinderarzt Ernst Moro zurück und wird seit über hundert Jahren gegen Durchfall eingesetzt. Der Wirkstoff entsteht erst beim langen Kochen: Aus dem Pektin der Karotte lösen sich saure Zuckermoleküle (Oligogalakturonide), die den Andockstellen im Darm ähneln, an die sich Durchfall-Keime normalerweise heften. Die Bakterien binden sich stattdessen an die Zuckermoleküle und werden ausgeschieden, statt sich an der Darmwand festzusetzen.

Ehrlich eingeordnet: Beim Menschen ist dieser Mechanismus wissenschaftlich untersucht (unter anderem an der Uni Wien). Für Hunde gibt es keine eigenen Studien - hier ist es ein aus der Humanmedizin übertragenes Hausmittel, das in Tierarztpraxen aber seit Jahrzehnten angewendet wird. Also: gut plausibel und breit erprobt, aber kein für Hunde bewiesenes Heilmittel. Als Unterstützung bei leichtem Durchfall taugt sie, eine tierärztliche Behandlung ersetzt sie nicht.

Das Rezept

Für etwa einen Liter Suppe brauchst du:

  • 500 g geschälte Karotten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Teelöffel Salz
  • etwas abgekochtes Wasser zum Auffüllen

Die Karotten schälen, klein schneiden und in kochendes Wasser geben. Mindestens 90 Minuten köcheln lassen - die lange Kochzeit ist traditionell so vorgesehen, damit genug von den wirksamen Zuckermolekülen entsteht. Danach alles pürieren und mit abgekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen; die Konsistenz sollte etwa wie Buttermilch sein. Zum Schluss den Teelöffel Salz einrühren, das gleicht den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust aus.

Wichtig beim Salz: Hat dein Hund bekannte Nieren- oder Herzprobleme, reduziere das Salz oder lass es weg und frag vorher deinen Tierarzt. Und setz die Suppe nur kurzzeitig ein, nicht dauerhaft.

Wie viel und wie lange

Als grobe Orientierung dienen etwa 30 ml pro Kilo Körpergewicht am Tag, aufgeteilt auf mehrere kleine Portionen - so überfrisst sich ein ausgehungerter Hund nicht:

  • kleine Hunde: etwa 100 bis 250 ml pro Tag
  • mittelgroße Hunde: bis etwa 500 ml pro Tag
  • große Hunde: etwa 500 bis 700 ml pro Tag

Bei akutem Durchfall gibst du die Suppe über drei bis sieben Tage. Bessert sich nichts oder kommen Warnzeichen dazu (siehe unten), gehört der Hund zum Tierarzt.

Ein weit verbreiteter Irrtum noch: Orange Stückchen im Kot seien der Beweis, dass die Suppe wirkt. Das stimmt nicht - die Farbe kommt schlicht vom Beta-Carotin der Karotte, das unverdaut wieder herauskommt. Das ist Karottenfarbe, kein Wirkungsnachweis.

Wenn dein Hund die Suppe nicht mag

Nicht jeder Hund stürzt sich auf pürierte Möhren - Fenja gehört auch zu den Skeptikern. Ein Löffel Naturjoghurt, etwas Hühnerbrühe oder ein paar Stückchen gekochtes Hühnerfleisch untergemischt machen die Sache meist schmackhafter, ohne den Magen zusätzlich zu belasten.

Aufbewahren

Im Kühlschrank hält die Suppe etwa zwei Tage. Wer auf Vorrat kochen will, friert sie portionsweise ein - in einer Eiswürfelform hat man sie später gut dosiert zur Hand, wenn der Magen mal wieder streikt.

Wann der Hund zum Tierarzt muss

Ein bisschen Durchfall hat schnell mal ein Hund, oft reicht ein Schluck aus der falschen Pfütze. Zum Tierarzt gehört er aber, wenn:

  • der Durchfall länger als etwa zwei Tage anhält,
  • Blut im Kot ist oder der Kot schwarz und teerartig aussieht,
  • er mehrfach in kurzer Zeit erbricht,
  • er apathisch wirkt, Fieber hat oder blasse Schleimhäute zeigt.

Bei Welpen und alten Hunden gilt: lieber einmal zu früh zum Tierarzt als zu spät. Sie haben kaum Reserven, und aus einem harmlosen Durchfall wird bei ihnen schneller eine ernste Lage - beim ungeimpften Welpen steht im Zweifel auch eine Parvovirose im Raum. Die Karottensuppe kann den Heilungsprozess unterstützen, sie ist aber kein Ersatz für den Tierarzt.

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